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Welche
therapeutischen Möglichkeiten bestehen ? |
An
dieser Stelle muss ich zunächst eine Vorbemerkung machen: In der
aktuellen handchirurgischen Literatur werden mehr als ein Dutzend
verschiedener Operationsverfahren für die Behandlung der Lunatummalazie
beschrieben, die einzeln oder in Kombination angewendet werden können. |
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Worin
besteht die Therapie im Stadium I
und Stadium II
? |
In
den beiden ersten Stadien (ganz besonders aber im I.Stadium) ist zunächst
einmal ein nicht operativer Behandlungsversuch möglich.
Hierbei wird das betroffene Handgelenk für einen langen Zeitraum (ca. 3 Monate !) ruhig gestellt. Dies kann sowohl durch einen konventionelle Gips (siehe unten) als auch durch eine Orthese (Handgelenksbandage) erfolgen.
Rundgips aus Baycast (alle Fingergelenke sind frei beweglich) Wichtig ist hierbei jedoch zusätzlich, dass neben der Ruhigstellung des Handgelenks auch die gesamte Hand bei Bewegung der Finger nicht belastet wird. |
| Woran kann der Erfolg eines solchen konservativen Behandlungs-versuches gemessen werden ? | Nach der Zeit der Ruhigstellung muss durch eine Kernspintomographie eine Verbesserung der Durchblutungsverhältnisse nachgewiesen werden. |
| Was ist zu tun, wenn die Verbesserung der Durchblutung im Mondbein ausbleibt ? |
Dies ist leider oft der Fall. Es muss daher betont werden, dass die Ruhigstellung ein Versuch der Besserung ist. Bleibt die Verbesserung der Durchblutung aus, so sollte die operative Behandlung erfolgen. |
| Was wird dann bei einem Mondbeintod und gleichzeitiger Verkürzung der Elle gemacht ? |
Wir
führen bei einer Minusvariante der Elle eine operative Verkürzung der
Speiche durch (sog. Verkürzungsosteotomie der Speiche). Der Sinn dieser
Operation besteht darin, dass nach der Operation Elle und Speiche wieder
gleich lang sind. Hierdurch wird der Druck auf das Mondbein wesentlich
gemindert.
obige Röntgenbild zeigt eine solche Operation mit
noch liegender Platte. Beachten Sie die gleich Länge von Elle und
Speiche. Oberhalb des "X" wurde eine Scheibe aus der Speiche
entnommen um diese zu verkürzen. |
| Was wird dann bei einem Mondbeintod und gleichzeitiger Verlängerung der Elle (Plusvariante) gemacht ? |
Dies ist eine recht seltene, aber mögliche Kombination. Bei der
Plusvariante der Elle bringen wir ein Stück Knochen aus der Speiche mit
seinem zugehörigem Gefäßstiel in das Mondbein ein.
Hierdurch gelangt zusätzliches gut durchblutetes Knochenmaterial
in das Mondbein. Das Mondbein kann sich hierdurch wieder besser mit Blut
versorgen. |
| Was wird im Falle einer 0-Variante gemacht ? |
Im
Fall einer Ulna-0-Variante ist sowohl eine gefäßgestielte
Knochenverpflanzung wie oben beschrieben möglich als auch eine Operation
an der Speiche, die zu einer Druckentlastung im Mondbeinbereich führt
(sog. Keilosteotomie).
Manche
Handchirurgen bevorzugen bei der 0 Variante als auch der Minusvariante als
Druckentlastung für das Mondbein die operative Vereinigung zwischen dem
Kahnbein und den beiden Vielecksbeinen. |
| Welche Therapien werden im Stadium IIIa der Mondbeinnekrose durchgeführt ? |
In diesem Stadium der Erkrankung macht der Versuch mit einer lange andauernden Ruhigstellung keinen Sinn mehr. Es kommen die gleichen Operationsverfahren in Betracht, wie sie unter den letzten Fragen beschrieben wurden. |
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Welche
Therapie erfolgt im Stadium IIIb
der Lunatummalazie ? |
Das
Stadium IIIb ist gekennzeichnet durch einen schon erheblichen
Zusammenbruch des Mondbeins mit gleichzeitiger Fehlrotation des Kahnbeins.
Die operativen Maßnahmen zielen hier sowohl auf eine Druckentlastung im
Bereich des Mondbeins als auch auf eine Aufrichtung des Kahnbeins.
Letzteres macht die operative Vereinigung mehrerer Handwurzelknochen
notwendig. Hierbei werden zumeist das Kahnbein und die beiden
Vielecksbeine operativ vereinigt. |
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Welche
Therapie besteht im Stadium IV
der Lunatummalazie zur Verfügung ? |
Gerade
Patienten im Stadium IV suchen aufgrund ihrer stärkeren Beschwerden oft
nach operativen Hilfen. Die operativen Möglichkeiten sind jedoch in
diesem Stadium recht begrenzt. Es besteht die Möglichkeit, entweder das
gesamte Handgelenk oder große Teile zu versteifen. Die Folge dieser
Operation ist ein unbewegliches Handgelenk. Dies bedeutet jedoch nicht,
dass hierdurch die Gelenke der Finger beeinträchtigt werden. Im Anschluss
an eine solche Operation sind alle Finger frei beweglich, auch kann das
Handgelenk gedreht werden. Eine weitere, seltener praktizierte Möglichkeit besteht darin, die untere Handwurzelreihe komplett zu entfernen. Diesen Eingriff führen wir vorwiegend dann durch, wenn die Ansprüche an die Belastungsfähigkeit der Hand relativ gering sind. Dieser Eingriff der Entfernung der unteren Handwurzelreihe ist auch dann im Stadium IV zu erwägen, wenn das andere Handgelenk nicht gesund ist. Gegenüber der vollständigen Versteifung des Handgelenkes kann bei diesem Eingriff eine Restbeweglichkeit des Handgelenkes erhalten werden. |
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Warum
wird bei dieser Erkrankung nicht einfach das kranke Mondbein entfernt und
durch ein künstliches Teil ersetzt ? |
In den 80er Jahren hat man diesen Eingriff vielfach durchgeführt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass kein künstliches Teil, das als Mondbeinersatz implantiert wurde, den natürlichen Anforderungen des Handgelenkes gewachsen war. Die Mondbeinprothesen verschoben sich vielfältig oder zerbrachen. Es entstand hierdurch eine Vielzahl neuer Probleme. Dieser Eingriff wird heute daher nur noch ganz ausnahmsweise praktiziert. |