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Was wird bei einer Verkürzung der Speiche gemacht ? |
Die Verkürzung der Speiche ist vor allen Dingen bei jenen Kranken im Stadium I-III sinnvoll, bei denen von Natur aus eine Minus-Variante der Elle besteht. Wie oben bereits erwähnt, liegt bei einer Minus-Variante der Elle eine Verkürzung der Elle im Handgelenksgebiet gegenüber der Speiche vor. Hierdurch wird auf das zwischen Elle und Speiche gelegene Mondbein ein vermehrter Druck ausgeübt.
Bereits vor vielen Jahrzehnten hatten
Handchirurgen die Idee, dieses gestörte Niveau auszugleichen. Hierbei
verkürzte man entweder operativ die Speiche oder verlängerte die Elle.
Beide Operationstypen werden als sog. "Niveau-Operationen"
bezeichnet. Bei der Verkürzung der Speiche wird aus dem handgelenksnahen Speichenbereich eine schmale Knochenscheibe herausgesägt. Man kann anschaulich diese Maßnahme als die Schaffung eines künstlichen Bruches verstehen, denn nach der Entfernung der Knochenscheibe liegt eine vergleichbare Situation vor. Die weitere Behandlung besteht nun darin, dass die beiden Speichenteile mit einer Platte und Schrauben so gegeneinander fixiert werden, dass sie in guter Position wieder zusammenwachsen können. Zusätzlich ist auch noch eine Gipsruhigstellung notwendig, die ein Stück zusätzlicher Sicherheit für die Bruchheilung bedeutet. Der wesentliche „Trick“ bei dieser Operation besteht nun darin, dass die Dicke der Knochenscheibe so gewählt wird, dass in jedem Einzelfall nach Wiedervereinigung der beiden Speichenteile Speiche und Elle etwa gleich lang sind. |
| Kann diese Operation ambulant vorgenommen werden ? |
Nein.
Bei diesem Eingriff
handelt es sich um eine doch recht eingreifende Maßnahme, die im Regelfall
einen stationären Aufenthalt zwischen 6 und 8
Tagen erforderlich macht.
Praktisch alle Operationen zur Behandlung der Lunatumnekrose werden stationär vorgenommen. Lediglich die Denervation einzelner Nerven als alleinige Maßnahme macht hier eine Ausnahme. |
| Was versteht man unter Denervation ? |
Mit
der Denervation des Handgelenkes ist die Unterbrechung einzelner oder
vieler Nerven gemeint, die Schmerzimpulse aus dem Handgelenk leiten.
Wichtiger Hinweis: Die Unterbrechung eines Schmerznerven führt nicht zu Gefühlsstörungen ! Solche Maßnahmen werden im Bereich des Handgelenkes immer dann durchgeführt, wenn die Krankheit kausal nicht mehr behandelbar ist. Im Zusammenhang mit der Verkürzungsosteotomie führen wir die Denervation einzelner Schmerznerven durch.
Dies ergänzt das eigentliche operative Tun
(Schaffung eines gleichen Niveaus zwischen Elle und Speiche), um eine
weitere Maßnahme, dass die Schmerzen infolge der Erkrankung vermindert
werden. Anschaulich ausgedrückt: Die Alarmglocke Schmerz wird in
ihrer Intensität reduziert,
aber nicht ausgeschaltet.
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| Was geschieht langfristig mit der Platte, die die beiden Speichenteile verbindet ? | Diese Platte wird im Regelfall zwischen 12 und 18 Monaten entfernt. Dies bedeutet eine zweite Operation und eine zweite Narkose. Allerdings muss betont werden, dass diese Operation der Plattenentfernung wesentlich weniger belastend ist als die primäre Operation der Speichenverkürzung. |
| Welche Risiken bestehen bei einer Speichenverkürzung ? |
Grundsätzlich gilt:
Keine Operation ohne Risiko! An dieser Stelle kann die Aufzählung nicht vollständig sein. Auch
können individuelle Risiken im Rahmen dieser allgemeinen
Informationsschrift nicht berücksichtigt werden.
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| Ist die Narbe sehr auffallend ? |
Streckseitige Narben am körperfernen Unterarm sind sicherlich gerade im
Sommer in den ersten ein bis zwei
Jahren auffallend, da sie meist leicht
verdickt und auch oft etwas gerötet sind. Nach rund zwei Jahren blasst die
Narbe jedoch meist ab und wird wenig auffallend.
Hinweisen möchte ich jedoch darauf, dass Narben gerade im Bereich der Hand in den ersten Monaten relativ lange empfindlich sind. Als Faustregel kann gelten, dass Narben im Handbereich generell deutlich länger empfindlich sind als an anderen Körperstellen (hier sind wesentlich mehr Gefühlsnerven lokalisiert als an anderen Körperstellen). |
| Was ist eine Keilosteotomie der Speiche bei 0-Variante der Elle ? | Ohne hier auf Einzelheiten der Operation einzugehen, sei hier erläutert, dass für einen Betroffenen dieses Operationsverfahren nahezu identisch ist wie die o.g. Verkürzung der Speiche. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass eben keine Scheibe aus der Speiche entfernt wird. Viele andere Dinge sind für den Betroffenen praktisch identisch. |
| Was wird bei einer gefäßgestielten Verpflanzung von Knochen durchgeführt ? |
Dieser
Eingriff wird dann praktiziert, wenn eine Lunatumnekrose besteht und
gleichzeitig eine Überlänge der Elle (Ellen-Plusvariante) vorliegt. Es
verbietet sich hier selbstverständlich, die Speiche noch weiter zu verkürzen.
In der Nähe des Handgelenkes gibt es mehrere Spenderzonen, aus denen Knochen gewonnen werden kann. Hierbei wird jedoch nicht einfach das Knochenmaterial in das Mondbein hineingesetzt, sondern der Eingriff ist recht komplex: Die kleinen Gefäße, die zu diesem Knochenareal führen, müssen von dem Handchirurg mit gehoben werden. Dann wird der Knochenblock, der nun noch an seinen Gefäßen hängt, in das Mondbein implantiert. In hiesiger Klinik verwenden wir als Spenderstelle die Speiche. Der Eingriff wurde bereits Anfang der 90er Jahre von Zaidenham eingeführt und hat sich auch für andere vergleichbare Krankheitsbilder bewährt.
Eine weitere in der einen oder anderen handchirurgischen Klinik
praktizierte vergleichbare Methode besteht darin, dass man von der
Beugeseite einen Handwurzelknochen (das Erbsenbein) entnimmt und in das
Mondbein einbringt. Auch hierdurch wird die Durchblutung im Mondbein
direkt stimuliert. |
| Welche Narkose kommt bei den operativen Eingriffen am Mondbein zur Anwendung ? |
Wir
führen die meisten Eingriffe zur Behandlung der Lunatummalazie in
Plexusanästhesie durch. Bei dieser Narkose erhält man eine Injektion im
Bereich der entsprechenden Achselhöhle. Dort gibt es ein Nervengeflecht
für den Arm. Dieses Nervengeflecht wird durch das Betäubungsmittel nach
etwa 30 – 45 Minuten so blockiert, dass der gesamte Arm gelähmt ist und
dass auch keine Schmerzen mehr wahrgenommen werden.
Der
besondere Vorteil dieser Betäubung ist die
Risikoarmut dieses Verfahrens
sowie die auch über die eigentliche Operationszeit hinausgehende
Schmerzausschaltung. Gerade bei Eingriffen am Knochen sind die ersten
Stunden nach einer Operation recht unangenehm. Bei der Plexusanästhesie
werden diese Stunden von den Betroffenen überhaupt nicht als unangenehm
empfunden, da der Arm weiter vollständig betäubt ist. |
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Wie
lange ist mit einer Arbeitsunfähigkeit
zu rechnen ? |
Dies
lässt sich nicht summarisch sagen, da von Fall zu Fall die angewendete
Operationsmethode verschieden ist und es macht selbstverständlich auch
einen Unterschied, ob jemand im Büro tätig ist oder z.B. als Dachdecker
eine absolut volle Belastbarkeit seiner operierten Hand haben muss. Als Faustformel kann gelten, dass nach Operationen an Knochen eine volle Belastbarkeit nach etwa 3-4 Monaten in den meisten Fällen besteht. Mit dem Endergebnis der Operation ist nach etwa 6-9 Monaten zu rechnen ! |
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Wer
führt die Nachbehandlung durch ? |
Bei
diesen komplexen Eingriffen führen wir die Nachsorge in den ersten Wochen
nach Entlassung aus stationärer Behandlung durch.
Nach Ablauf dieser Zeit übernimmt die weitere Nachsorge der niedergelassene Facharzt, also meist ein Orthopäde oder Chirurg. |
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Zum Abschluss dieser Informationsschrift möchte ich Sie noch einmal ausdrücklich ermuntern, Dinge, die Sie nicht verstanden haben oder die Ihre ganz persönliche Situation betreffen, mit dem Arzt zu besprechen.
Es
ist sicherlich sehr schwierig die komplexen Abwägung bei einem
Mondbeintod zu verstehen. Sollten Sie Fragen zur Begutachtung des Mondbeintodes haben, so verweise ich auf die Seiten: http://www.gutachten-hand-arm.de/Mondbein_Trauma/default.htm http://www.gutachten-hand-arm.de/BK-2103/Mondbein_BK-2103.htm
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