Informationen zu: Mondbeintod, Lunatummalazie, Morbus Kienböck

 

 

Mondbeintod, Lunatummalazie, Morbus Kienböck

Was ist das Mondbein?

Röntgen Handgelenk, MondbeinDas Handgelenk ist ein recht kompliziert aufgebautes Gelenk. Es besteht neben vielen Bandverbindungen aus 8 Handwurzel-Knochen.

Neben dem Kahnbein (K) ist ein weiterer besonders wichtiger Handwurzelknochen  das Mondbein.(M) Es liegt im Zentrum der Handwurzel.

In der Abb. ist ein normales Röntgenbild dargestellt. Sie erkennen leicht Elle und Speiche. Die "oberhalb" (körperfern) von Speiche und Elle liegenden 8 Knochen bilden die Handwurzel. Der in der Abb. mit K markierte Knochen ist das Kahnbein; der mit M markierte das Mondbein

Im ärztlichen Sprachgebrauch wird das Mondbein auch als Lunatum bezeichnet

Was ist das Wesen des Mondbeintodes (der Lunatummalazie) ? 

 

 

 

Der rote Pfeil in den obigen Abb. zeigt jeweils auf das Mondbein. In der ersten Abb. links zeigt das Mondbein eine normale Gestalt und Durchblutung.  In der 2. Abb. ist das Mondbein zusammengebrochen. Die dunklen Bezirke im Mondbein markieren Bereiche geminderter Durchblutung. 

Die Lunatummalazie (Mondbeintod, Lunatumnekrose) ist ihrem Wesen nach ein Absterben des Mondbein-Knochens als Folge einer Durchblutungsstörung. Im späteren Verlauf der Erkrankung bricht das geschädigte Mondbein mehr und mehr zusammen.

Im Endstadium der Erkrankung wird das ganze Handgelenk geschädigt und es entsteht eine schwere Handgelenksarthrose.

 

 

Bedeutet Morbus Kienböck das gleiche wie Mondbeintod bzw. Lunatummalazie oder Lunatumnekrose?

Ja! Kienboeck beschrieb 1910 erstmalig den Mondbeintod. Ihm zu Ehren wird die Erkrankung in der Medizin auch als Morbus Kienböck bezeichnet

Wer ist von dieser Erkrankung betroffen?

Die meisten betroffenen Patienten sind im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Männer leiden an einer Lunatummalazie etwa doppelt so häufig wie Frauen.

Was ist die Ursache der Lunatummalazie (Lunatumnekrose)?

Es gibt eine Vielzahl von Theorien über das Entstehen dieser Erkrankung. Bereits 1910 vermutete der Erstbeschreiber (Kienböck), dass die Lunatummalazie ursächlich auf eine fortschreitende Durchblutungsminderung zurückzuführen sei. Er selbst nahm als Ursache immer wiederkehrende Verstauchungen und Stöße im Bereich des Mondbeins an.

Viele Untersucher haben Faktoren identifiziert, die die Entstehung einer Lunatummalazie begünstigen: Es sind dies die Minusvariante der Elle (man versteht hierunter eine gegenüber der Speiche verkürzte Elle) sowie bestimmte individuell vorkommende Gefäßmuster im Mondbein.

Im Zusammenhang mit der Lunatummalazie hört man öfter das Wort „Ulna-Variante“ bzw Ellenvariante. Was versteht man hierunter?

Knochen der Hand und HandgelenkDie Hand ist über die acht Handwurzelknochen mit dem Unterarm verbunden. Der Unterarm enthält zwei Knochen: dies sind Speiche und Elle. In der Mehrzahl der Fälle sind Speiche (Radius) und Elle (Ulna) gleich lang!

Unter Ulna-Variante (oder Ellenvariante) versteht man das Längenverhältnis zwischen Speiche und Elle.

So bedeutet eine Null-Variante der Elle, dass Elle und Speiche etwa gleich lang sind.

Eine Ulna-Minusvariante bedeutet, dass die Elle gegenüber der Speiche verkürzt ist.

Eine Ulna-Plusvariante bedeutet, dass die Elle gegenüber der Speiche länger ist.

Welche Bedeutung hat die Ulna-Variante?

Viele Untersucher haben bei ihren Patienten festgestellt, dass beim Vorliegen einer Lunatummalazie das Vorkommen einer Ellen-Minusvariante deutlich häufiger ist als in der Normalbevölkerung. Laborstudien bestätigen, dass eine verkürzte Elle bei bestimmten Handgelenks-Positionen zu einer vermehrten Belastung des Mondbeines führen.

 

Welche Symptome verursacht die Lunatummalazie?

Die Lunatummalazie führt zu Schmerzen im Handgelenk. Manchmal werden diese Schmerzen im Frühstadium der Erkrankung durch ein vorausgegangenes Unfallereignis ausgelöst. In den frühen Stadien sind die Beschwerden meistens auf die Region des Mondbeins beschränkt. Hier führt ein äußerer Druck auf das Mondbein in aller Regel auch zu einer starken Vermehrung der Beschwerden.

In den späteren Stadien ist der Schmerz im Handgelenk diffus verbreitet. Es kommt zusätzlich zum Auftreten von Schwellungen und in den noch späteren Stadien auch zu Bewegungs-Einschränkungen und Ruheschmerz.