Nachbehandlung nach einer Handoperation

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Hinweise zur Nachsorge nach Handoperationen

Die Nachbehandlung nach einer Operation der Hand ist in vielen Fällen für den Erfolg der Gesamtbehandlung ebenso wichtig, wie die Operation selbst.
Die hier im Folgenden gegebenen Hinweise und Informationen können keineswegs die Untersuchung und die Beratung durch Ihren Arzt ersetzen, sie sollen Sie über einige Besonderheiten in der Nachbehandlung verletzter oder erkrankter Hände informieren. Diese Patienteninformationen können nur allgemeiner Natur sein, die konkrete Ausgestaltung der Nachbehandlung kann nur im Einzelfall mit dem behandelnden Arzt, dem behandelnden Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten abgesprochen werden.

Die normale Funktion der Hand ist die Bewegung

Nach einer Verletzung oder Operation an der Hand ist es oft notwendig, die Hand für eine unterschiedlich lange Zeit ruhigzustellen.

Bitte bewegen Sie in der Phase der Ruhigstellung alle nicht ruhiggestellten Gelenke. Tun Sie dies bitte konsequent aber ohne Anstrengung und ohne Provokation von Schmerzen.

Die Bewegung der nicht ruhiggestellten Gelenke an der Hand ist außerordentlich wichtig, bei zu langer – falsch verstandener Schonung – neigen gerade Fingergelenke zu Einsteifungen.

Sind die Verbände oder Gipsschienen entfernt, sollten Sie sehr konsequent – in Absprache mit dem nachbehandelnden Arzt – die ehemals ruhiggestellten Gelenke wieder bewegen, Sie dürfen hierbei in der Regel auch vorsichtig die andere Hand gefühlvoll mit einsetzen. Respektieren Sie jedoch bei allen Bewegungen die Schmerzgrenze.

Eine sehr alte Regel lautet: Man bewege bis an den Schmerz, nicht in den Schmerz.

Die Vermeidung der Schmerzprovokation ist auch wichtig, wenn Sie in einer physiotherapeutischen oder ergotherapeutischen Praxis nachbehandelt werden: Jede Bewegungstherapie, jede Krankengymnastik an der Hand, die zu stärkeren Beschwerden führt, ist falsch! Durch eine solche Schmerz provozierende Physiotherapie wird das genaue Gegenteil des Gewünschten erreicht.

Mehrere Tage nach Entfernung der Fäden sind die meisten Wunden gut verschlossen und Sie können Ihre Hände auch wieder ganz normal waschen. Zu diesem Zeitpunkt ist es oft sehr sinnvoll, über eine Periode von mehreren Wochen die operierte Hand in einem Handbad eigentätig zu bewegen. Als Handbad eignet sich hier angenehm warmes Wasser, als Zusatz können Sie Kamillen-Lotion oder auch eine milde Seife verwenden. Halten Sie in entspannter Haltung die Hand in das warme Wasser und führen Sie drei bis fünf mal täglich für je 5 Minuten Beuge- und Streckbewegungen mit den Fingern und Bewegungen mit dem Handgelenk aus.

Drei bis fünf mal täglich je 5 Minuten leichte Beuge- und Streckbewegungen in lauwarmem Wasser

Wenn Sie möchten, können Sie nach einer gewissen Übung auch beginnen, einen weichen Schwamm oder einen Softball auszudrücken. Ungeeignet sind hier relativ harte Bälle wie z.B. ein Tennisball.

In dem Handbad sollen Sie die Bewegungen wiedergewinnen, nicht die Kraft trainieren. Dies kann die Hand gerade kurz nach einer Verletzung oder Operation völlig überfordern.

Bei allen Bewegungsübungen gilt: Provozieren Sie niemals Schmerzen.

Mit geduldiger, lang dauernder und häufig wiederholter Bewegungsübung in kleinen Einheiten erreichen Sie mehr als durch falschen Ehrgeiz.

Zur Schmerzminderung kann – für eine gewisse Zeit nach Gipsruhigstellung – auch eine Handgelenksstütze empfohlen werden.

Die Handgelenksstütze ist besonders nach Speichenbruch und Kahnbeinbrüchen sinnvoll. Die Handgelenksstütze soll dann nicht ständig getragen werden, sondern unter (nicht vermeidbarer) Belastung.

Schwellneigungen an der Hand

Jede operierte oder verletzte Hand neigt für viele Wochen und Monate zu leichten Schwellungen. Dies ist ein absolut normaler Vorgang, der jedoch oft zu Beunruhigungen von Patienten in der Nachbehandlungszeit Anlass gibt.

Besorgniserregend ist eine Schwellung jedoch dann, wenn hier ein Verband – insbesondere ein Gipsverband – zu Einschnürungen führt. Als Betroffener bemerkt man dies an verstärkten Beschwerden und oft auch an einem gleichzeitigen Dickwerden der Finger, die nicht verbunden sind.

Suchen Sie in einem solchen Fall unverzüglich Ihren behandelnden Arzt auf und machen Sie ihn auf die Symptome des engen Verbandes aufmerksam. Durch sehr einfache Maßnahmen, wie das Aufschneiden und Neuanlegen eines Verbandes, lässt sich dieses Problem lösen. Nehmen Sie dieses Symptom sehr ernst. Eine verspätete Korrektur eines zu engen Verbandes kann zu ganz schwerwiegenden Schäden an der Hand führen.

Der Schwellneigung an der operierten Hand können Sie bis zu einem gewissen Grad entgegenwirken, wenn Sie in der Nachbehandlungsphase den Arm möglichst hoch halten (mindestens Herzhöhe). Wenn Sie eine gesunde Schulter und eine kräftige Schultermuskulatur haben können Sie den Arm auch bis zu 100 mal am Tag hochheben und hierbei alle nicht ruhiggestellten Gelenke an der Hand bewegen.

An dieser Stelle sei noch ein besonderer Hinweis zu operierten oder verletzten Mittelgelenken der Finger gegeben:

Kaum ein Gelenk zeigt eine ausgeprägte und längere Schwellneigung, wie gerade das Mittelgelenk des Fingers. Hier sind Schwellungen und Schwellneigungen über einen Zeitraum von 6-12 Monaten sehr häufig.

Empfindliche Narben

Vielen Patienten bereitet es in der Nachbehandlungsphase oft große Sorgen, wenn Sie nach 6, 8 oder gar 12 Wochen die Operationsnarben noch sehr empfindlich fühlen. Manche Patienten vergleichen auch die Narbenschmerzen an der Hand mit der Erfahrung von anderen Operationen wie Blinddarm, Magen, Herz und dergleichen. Sie kommen dann zu dem Schluss, dass die Empfindlichkeit der Handnarbe weitaus größer ist, als sie es von anderen Narben her kennen.

Im Bereich der Hand ist jedoch eine lange Narbenempfindlichkeit (oft bis zu 6 Monaten) eher die Regel als die Ausnahme. Die menschliche Hand ist gerade auf der Beugeseite mit außerordentlich vielen Gefühlsnerven versorgt. Auch bei einer völlig regelhaften Narbenbildung spürt man daher Narben an der Hand ungleich viel länger, als an einer anderen Körperstelle.

Etwas anschaulicher gesagt, die Dichte der Gefühlsnerven ist in der Hand weitaus höher als in vielen anderen Körperstellen.

Sollte jedoch der Narbenschmerz nach 6 oder gar nach 12 Monaten nicht weitestgehend beseitigt sein, suchen Sie Ihren behandelnden Arzt auf.

Vielfach wird bei kleineren oder mittleren Eingriffen an der Hand die Behandlung seitens des Arztes mit dem Entfernen der Fäden abgeschlossen. In der ganz überwiegenden Zahl der Fälle kann zu diesem Zeitpunkt abgeschätzt werden, ob die Wundheilung einwandfrei verläuft.

In Ausnahmefällen kann es jedoch auch danach einmal noch zu einer Störung der Wundheilung oder zu einer Infektion kommen. Sollten Sie ein ganz unnatürlich starkes Schwellen oder Schmerzen der Narbe bemerken, sollten Sie einen nächtlichen Klopfschmerz spüren oder sollte aus der Narbe ein gelbliches Wundsekret austreten, so konsultieren Sie bitte hier ihren behandelnden Arzt. Solche Symptome sind manchmal harmlos, manchmal aber auch Symptome einer Infektion.

Zeitwahl für eine Operation an der anderen Hand

Viele Erkrankungen an der Hand betreffen beide Hände. Mit Ausnahme von akuten Verletzungen oder Infektionen, werden nie Operationen an beiden Händen gleichzeitig durchgeführt. (Dies lässt sich auch leicht einsehen, da einfachste Verrichtungen des täglichen Lebens, wie Essen und Trinken, Gang zur Toilette, dann nur noch mit Hilfestellung möglich wären)

Den Zeitpunkt für den Eingriff an der anderen Hand kann ganz konkret nur Ihr behandelnder Arzt festlegen. Hier ist die Dringlichkeit der Erkrankung – sowie auch die von Ihnen empfundenen Beschwerden infolge der Erkrankung – ganz maßgebend für die Zeitwahl.

In einer nicht dringlichen Situation ist es oft gut zwischen zwei Handoperationen einen Zeitraum von gut 6 Monaten zu legen. Solange benötigt die operierte Hand, bis Sie wieder einigermaßen normal einsetzbar ist und den Ausfall der anderen Hand für einen gewissen Zeitraum kompensieren kann.