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Was geschieh prinzipiell bei
der Implantation eines Kunstgelenkes in einem Fingergelenk ? |
Zunächst wird bei der
Operation das betreffende Gelenk, meist von der Streckseite
des Fingers, frei gelegt. Die zerstörten Teile des Gelenkes
(Knorpel und teilweise auch Knochenstrukturen) werden
entfernt. Bei einer
chronischen
Polyarthritis werden
zusätzlich die Wucherungen der Gelenkschleimhaut mit entfernt
(Synovialektomie).

Entfernung der
Gelenkschleimhaut (Synovialektomie)
In einem zweiten Schritt werden
dann die inneren Räume des Knochens für den Einsatz der
Prothese aufgebohrt. Anschaulich können Sie sich vorstellen,
dass in die beiden Knochen, die ein Gelenk bilden, ein Tunnel
gebohrt wird. |
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Und was geschieht dann ? |
In einem nächsten Schritt wird
dann ein Kunstgelenk ausgewählt, das der Größe der Knochen und
des Gelenks angepasst ist. Hier gibt es verschiedene Größen,
je nach Finger und je nach Person.

Implantiertes Kunstgelenk als
Ersatz für ein Mittelfingergrundgelenk
Ist die richtige Größe
ausgewählt, so wird das Kunstgelenk eingesetzt und über dem
eingesetzten Kunstgelenk werden die Gelenkkapseln sorgfältig
rekonstruiert. Oft ist es auch notwendig, die Strecksehnen
wieder exakt so zu positionieren, wie sie beim gesunden Gelenk
verlaufen. |
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Es gibt sehr unterschiedliche
Typen eines künstlichen Gelenkes. Welches Gelenk ist das beste
? |
Diese Frage kann nicht
allgemeingültig beantwortet werden. Die von sehr
unterschiedlichen Herstellern zur Verfügung gestellten
künstlichen Gelenke haben alle Vor- und Nachteile.

Bei einem Gelenkersatz muss
nicht nur die Größe des Gelenkes sondern auch die Art des
verwendeten Materials individuell abgewogen werden
Hier muss zur Auswahl des
Gelenkes eine sehr individuelle Prüfung des jeweiligen zu
ersetzenden Gelenks vorgenommen werden. Nicht jedes Gelenk ist
hier prinzipiell durch die gleichen Gelenkimplantate
ersetzbar. |
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Wie lange hält ein künstliches
Gelenk ? |
Mit heute üblichen künstlichen
Gelenken lässt sich eine Haltbarkeit von 10 – 15 Jahren in
vielen Fällen erreichen. Im Einzelfall kann diese Zeit sowohl
kürzer, als auch länger sein. Dies hängt sowohl von der
jeweils behandelten Grunderkrankung, als auch von der
korrekten Nachsorge und der Belastung des Gelenkes ab. |
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Was geschieht, wenn ein Gelenk
nach 10 oder 15 Jahren an den Fingern nicht mehr funktioniert
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Die Gelenke können
nach dieser Zeit ausgetauscht werden. Das heißt, man entfernt
das alte Gelenk und ersetzt es durch ein neues. |
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Ist dies ein sehr kompliziertes
Verfahren ? |
Nein. Die meisten Gelenke an
der Hand werden ohne Knochenzement implantiert, sie lassen
sich daher auch ohne große Anstrengung wieder herausnehmen.
Anders als beispielsweise bei
zementierten Hüft- oder Kniegelenken ist der Gelenkaufbau an
einem Fingergelenk sehr viel einfacher und hiermit ist keine
Zerstörung von dem Gelenk benachbarten Knochenteilen
verbunden.
Aus diesem Grunde kann eine
Gelenk ersetzende Operation an einem Fingergelenk durchaus
auch einmal bei einem jüngeren Menschen sinnvoll sein. |
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Welche Komplikationen können
bei einer Kunstgelenkimplantation an einem Fingergelenk
auftreten ? |
Gerade diese Frage kann
prinzipiell nur individuell beantwortet werden. An dieser
Stelle können nur einige generell mögliche Komplikationen
aufgeführt werden, die gänzlich unabhängig von der
individuellen Situation immer auftreten können.
So können Kunstgelenke an den
Fingergelenken einmal brechen. In so einem Fall müssen sie
ausgetauscht werden.
Sie können jedoch auch luxieren
(d. h. aus dem Gelenk wieder herausspringen). Auch diese
Komplikation macht eine Nachoperation erforderlich.
Seltener sind bei Prothesen,
die aus Silikon bestehen, Wucherungen der Gelenkschleimhaut.
Die Gelenkschleimhaut nimmt dann kleine Abriebpartikel des
Silikons auf und es entsteht eine sog. Silikonsynovialitis.
Weitere Komplikationen
sind möglich, wie z. B. die Infektion oder die Störung der
Wundheilung. Bei einer oberflächlichen Infektion ist eine
konservative Behandlung mit Entfernung der Fäden und der
Einsatz von Antibiotika möglich.
Liegt die Infektion jedoch tief
im Gelenk, so muss das Kunstgelenk entfernt werden und erst
nach vollständigem Ausheilen des Infektes ist eine
Neuimplantation möglich. |
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Können auch mehrere Gelenke an
den Fingern gleichzeitig durch ein Kunstgelenk ersetzt werden
? |
Ja, dies ist möglich. Eine
solche kombinierende Operation wird sehr häufig vorgenommen,
da sowohl bei Arthrosen als auch bei der Chronischen
Polyarthritis oft mehrere Gelenke zerstört sind und hierdurch
die gesamte Funktion der Hand beträchtlich leidet.
Auch die Kombination, dass
einzelne Gelenk durch ein Kunstgelenk ersetzt werden und an
anderen Gelenkabschnitten beispielsweise eine Arthrodese
(Versteifung) vorgenommen wird, ist möglich. |
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Welche Anästhesieverfahren
kommen bei der Implantation eines Kunstgelenkes an den Fingern
in Betracht ? |
Prinzipiell ist ein solcher
Eingriff mit Vollnarkose aber auch mit Plexus – Anästhesie
möglich.
Viele Patienten schätzen die
Vorteile der Plexus – Anästhesie, da hierdurch das Bewusstsein
nicht ausgeschaltet wird und vor allen Dingen, weil auch viele
Stunden nach der Operation noch eine vollständige
Schmerzausschaltung besteht.
Auch ist es nach einer Plexus –
Anästhesie in vielen Fällen möglich, unmittelbar nach der
Operation zu trinken und zu essen. |
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Ist es als Vorbereitung zur
Operation notwendig, bestimmte Medikamente abzusetzen ? |
Hier muss gerade diese Frage im
Einzelfall Wochen vor der Operation mit den behandelnden
Ärzten geklärt werden.
In der Regel müssen vor der
Operation besonders blutverdünnende Medikamente (Medikamente,
die die Gerinnung verlängern) abgesetzt werden. Solche
Medikamente sind beispielsweise ASS100, Aspirin® oder Marcumar®.
Setzen Sie diese Medikamente
jedoch niemals ohne genaue Rücksprache mit ihrem behandelnden
Hausarzt oder Internisten ab. Je nach Einzelfall muss die
Routinemedikation durch Gabe von Spritzen vor der Operation
ersetzt werden.
Ob weitere Medikamente (z. B.
bestimmte Rheumamittel) vor der Operation unterbrochen werden
müssen, kann nur im Einzelfall besprochen werden. |
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