Sehr
geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
diese Patienteninformation zur
DenervationdesHandgelenkes soll
nicht das Gespräch mit dem
Arzt ersetzen.
Sie dient Ihrer vertiefenden Information, die nur allgemein gültigen
Charakter hat
und niemals genau dem Einzelfall entspricht.
Wie wird die
Handgelenksdenervation konkret durchgeführt ?
Bei der Denervation des
Handgelenkes
werden mehrere, meist relativ kleine, Schnitte von mehreren
Zentimetern rund um das Handgelenk angelegt.
Hierbei sucht der Handchirurg die von Wilhelm benannten Punkte
auf und unterbricht die hier verlaufenden Nervenfasern.
Es sei noch einmal betont, dass hierbei die
Handgelenksmechanik nicht verändert wird. Des weiteren werden
beim richtigen Vorgehen auch keine Gefühlsnerven für die Haut,
beispielsweise der Finger, verletzt werden.
Welche Narkose ist für eine
Handgelenksdenervation erforderlich ?
Für eine Handgelenksdenervation
ist es erforderlich, dass der Blutfluss in das Handgelenk
vollständig blockiert wird. Dies wird durch eine am Oberarm
angelegte Manschette erreicht, die während der Operation über
den Blutdruck hinaus aufgepumpt wird.
Dies macht es erforderlich, dass der ganze Arm betäubt wird.
Meist wird dies durch eine so genannte Plexusanästhesie
erreicht, allerdings sind auch andere Anästhesieverfahren wie
z. B. eine Vollnarkose möglich.
Bei der Plexusanästhesie wird ein Nervengeflecht, das unter
dem Schlüsselbein in die Oberarmregion hineinzieht, betäubt.
Meist wird dies durch eine Injektion in die Achselhöhle
erreicht.
Bei der Plexusanästhesie wird ein Betäubungsmittel an das
Nervengeflecht in der Achselhöhle gespritzt
Der große Vorteil der
Plexusanästhesie besteht für den Patienten darin, dass die
Betäubung auch noch mehrere Stunden nach der Operation anhält
und dass in dieser Zeit Schmerzfreiheit besteht. Ferner ist es
meist möglich, bei unkompliziertem Verlauf, kurz nach
Beendigung der Operation bereits zu essen und zu trinken.
Welche Risiken bestehen bei der Denervation des Handgelenkes ?
Zunächst sei an dieser Stelle noch einmal betont, dass
individuell bestehende Risiken an dieser Stelle nicht erwähnt
werden können. Dies ist nur im persönlichen Gespräch mit dem
Arzt möglich.
Prinzipiell können jedoch bei einer Handgelenksdenervation
operationsbedingt Störungen der Wundheilung und Infektionen
auftreten. Dies ist an jeder der Schnittstellen
möglich.
Solche Komplikationen sind jedoch bei einer
Handgelenksdenervation selten. Bei frühem Erkennen dieser
Komplikationen lassen sie sich zumeist auch ohne Spätschäden
beseitigen. Es kann jedoch notwendig sein, hier einen
Revisionseingriff vorzunehmen.
Selten ist auch nach einer Handgelenksdenervation, dass
Eintreten einer Sudeck’schen Dystrophie (Reflexdystrophie).
Hierbei kommt es aus noch nicht bekannten Gründen, zu einer
gravierenden Bewegungseinschränkung nicht nur des
Handgelenkes, sondern auch benachbarter Gelenke und der
Finger. Diese Dystrophie kann auch recht schmerzhaft sein. Sie
tritt jedoch nach einer Handgelenksdenervation nur selten auf.
Eine weitere sehr seltene Komplikationsmöglichkeit ist das
versehentliche Verletzen eines Gefühlsnervens für die Haut. Je
nachdem welcher dieser Gefühlsnerven verletzt wird, kann es im
Verletzungsgebiet zu elektrisierenden Missempfindungen und
auch zu Störungen der Hautsensibilität kommen.
Wird der Eingriff jedoch von einem erfahrenen Handchirurgen
durchgeführt, ist diese Komplikation sicherlich sehr selten,
ebenso wie die Verletzung einer Schlagader am Handgelenk.
Wird der Eingriff stationär
oder ambulant durchgeführt ?
Dies hängt von ganz individuellen Gegebenheiten
ab. Es empfiehlt sich besonders dann den Eingriff stationär
durchzuführen, wenn noch Begleiterkrankungen vorliegen.
Ein stationärer Aufenthalt nach dem Eingriff ist auch dann notwendig, wenn
Patienten alleinstehend sind und die häusliche Versorgung in
den ersten 24 Stunden nicht gewährleistet ist.
Eine stationäre Behandlung ist ebenso notwendig, falls
Patienten Medikamente einnehmen, die die Blutgerinnung
beeinflussen.