
Die Therapie
| Muss ein solcher "schnellender Finger" immer operiert werden ? | Nein. In
den ersten Wochen oder sogar Monaten kann der betreffende Finger mit
Salben, eventuell auch mit Injektionen, behandelt werden.
Erst wenn diese Maßnahmen
versagen, ist eine Operation notwendig. |
| Welches Medikament wird injiziert ? | Am weitesten verbreitet ist die Injektion einer geringen Cortison - Dosis an das A1 - Ringband des betroffenen Fingers. |
| Ist die Injektion nicht stets besser als eine Op. ? | Auch die Injektion ist
nicht
risikolos ! Auch wenn Infektionen oder Schäden an den Beugesehnen
selten sind .
Ob im Einzelfall eine Injektion oder eine Operation der bessere Weg ist, sollte individuell mit dem Arzt des Vertrauens besprochen werden. |
| Gibt es noch andere Möglichkeiten außer Operation oder Cortison ? | Ja. Gerade wenn das Krankheitsbild noch
nicht lange besteht, bewährt es sich: regelmäßig - d.h. circa 5 x 5 Minuten täglich - im lauwarmen Wasserbad die Hand zu bewegen. Fügen Sie dem Wasser ruhig etwas Kernseife hinzu. Bitte machen Sie hier nicht den Fehler, im Wasser einen harten Gegenstand - etwa einen Tennisball - zu drücken. Dies würde die Krankheit durch Druck auf die A1- Ringbänder eher verstärken ! |
| Wird
die Operation ambulant durchgeführt ? |
In aller Regel ja. Nur bei Betroffensein mehrerer Finger an der gleichen Hand oder bei problematischen Allgemeinerkrankungen oder wenn eine stärkere Schwellung nach der Operation zu erwarten ist, ist ein kurzer stationärer Aufenthalt zu erwägen. |
| Welche
Betäubung ist notwendig ? |
Ein einzelner Finger kann durch eine
Nervenbetäubung in der Hand schmerzfrei gemacht werden. Sind mehrere
Finger betroffen oder liegt ein fortgeschrittenes Krankheitsbild vor, so
führen wir den Eingriff meist
in Plexusanästhesie durch. |
| Wie wird die Betäubung vorgenommen ? |
Zur
Betäubung wird vom Narkosearzt eine Injektion in die
Achselhöhle vorgenommen. Nach circa 30 Minuten - manchmal jedoch auch länger
- ist dann der ganze Arm betäubt.
Dieses Betäubungsverfahren ist risikoärmer als
eine Vollnarkose. Patienten schätzen besonders, dass sie unmittelbar
nach der Operation essen und trinken können. Aus ärztlicher Sicht ist
besonders hervorzuheben, dass diese Form der Betäubung noch mehrere
Stunden nach der Operation anhält. Hierdurch lässt sich die erste Zeit
nach dem Eingriff problemlos ohne weitere Schmerzmittel überbrücken. Auf Wunsch kann bei dieser Betäubung ein leichtes Schlafmittel gespritzt werden, so dass der Patient den Eingriff verschläft - ohne in Narkose zu sein |
| Wo wird bei der Operation der Schnitt gemacht ? |
Das X in obigem Bild zeigt auf die Region des A1-Ringbandes. Dort liegt auch bei äußerem Druck die stärkste Zone des Schmerzes. An dieser Stelle wird der Schnitt angelegt. |
| Was wird bei der Operation prinzipiell gemacht ? |
Bei der Operation wird das A1-Ringband gespalten. Der knotenartig verdickte Sehnenteil kann dann nach der Operation wieder normal gleiten. In fortgeschrittenen Fällen ist oft noch eine Entfernung des entzündeten Sehnengleitgewebes erforderlich sowie Lösung von Sehneverwachsungen. |
| Welche Komplikationen hat der Eingriff ? |
In der Mehrzahl der Fälle ist der
Eingriff relativ klein und komplikationsarm. Dennoch gilt: Keine Operation ohne Komplikationsmöglichkeit.
Gerade am Daumen gibt es die Gefahr, dass
einer der beiden Daumennerven verletzt werden kann. Dies führt dann
nicht nur zu einem Taubheitsgefühl auf einer Hälfte des Daumens,
sondern häufig auch an der Verletzungsstelle zu unangenehmen
"elektrisierenden" Schmerzen. Besteht die Krankheit schon lange, oder war die Enge des Sehnenkanals sehr extrem ausgeprägt, so verbleibt oft eine leichte Behinderung der Streckfähigkeit im Mittelgelenk des betroffenen Fingers. Diese Streckminderung bessert sich jedoch meist im Laufe einiger Monate.
Sehr selten kommen auch einmal schwerwiegende
Infektionen oder gravierende Bewegungsstörungen vor. Auch bei der kleinen Narbe, die dieser Eingriff hinterlässt , sollten Sie bedenken , dass Narben in der Hand länger empfindlich sind ,als an anderen Körperstellen. |
| Wie lange muss ein Verband nach der Operation getragen werden ? |
Wir legen nach der Operation für circa 14 Tage einen gut gepolsterten Verband an, der die Beweglichkeit der Finger voll erlaubt.
Der Verband wird in den ersten 2 Wochen mehrfach gewechselt, um den Verlauf der Wundheilung zu beobachten. Der Patient sollte in dieser Zeit eigentätig bewegen ohne zu belasten. |
| Wann werden die Fäden entfernt ? | Etwa
um den 14 Tag nach der Operation, wenn die Wundheilung regelrecht
verläuft.
Nachdem die Fäden entfernt sind , können Sie die Hand in lauwarmem Wasser bewegen. Hier hat es sich bewährt, dies in den ersten 6 - 8 Wochen 3 x 5 Minuten pro Tag zu tun. Empfehlenswert ist es ferner, die operierte Hand in den ersten Monaten mehrmals täglich mit einer fetthaltigen Creme einzureiben. |
| Wer führt die Nachbehandlung durch ? | In der Regel der zuweisende Arzt. In problematischen Fällen kann jedoch auch die behandelnde Klinik in Absprache mit dem zuweisenden Arzt für einen kurzen Zeitraum die Nachbehandlung übernehmen. |