Muss jede Druckschädigung am Ellennerven
operativ behandelt werden?
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Nein.
Gerade im Anfangsstadium der Erkrankung genügt es, die auslösenden
Belastungen zu vermeiden. Konkret gesagt, es ist sinnvoll z. B. den Kopf
nicht auf den gebeugten Arm zu stützen oder den Arm beim Autofahren nicht
aus dem Fenster zu legen. Selbst die Vermeidung lang dauernder Beugung des
Ellenbogens hilft im Frühstadium dem geschädigten Nerv. Ärztlicherseits kann
ein leichter Polsterverband um den Ellenbogen ebenfalls zu einer Vermeidung
der Irritation beitragen.
Einzelne Patienten bemerken auch eine Verbesserung der Nervenfunktion nach
Einnahme eines Multivitamin-B-Präparates. |
Ist eine Injektions-behandlung mit
Cortison hilfreich?
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Am Nerv
selbst ist eine Cortisoninjektion nicht hilfreich sondern gefährlich.
Sinnvoll hingegen kann eine Cortisoninjektion sein, wenn neben der
Schädigung des Ellennerven auch ein sog. „Golferellenbogen“ vorliegt.
Bei diesem Krankheitsbild leiden die Menschen am inneren Ellenbogen -
außerhalb der Ellenrinne - unter recht unangenehmen, lokalen Schmerzen.
Diese werden durch degenerative Veränderungen der hier entspringenden Sehnen
verursacht. |
Was geschieht, wenn eine Druckschädigung
des Nerven am Ellenbogen nicht behandelt wird?
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Der
Ellennerv (Nervus
ulnaris) vermittelt das Hautgefühl am Ring- und Kleinfinger.
Darüber hinaus steuert er jedoch auch eine Vielzahl von kleinen Handmuskeln.
Bei sehr lange bestehendem Krankheitsbild reduziert sich das Hautgefühl am
Ring- und Kleinfinger immer weiter. Wesentlich schlimmer ist jedoch der
motorische Ausfall. Die kleinen Handmuskeln fallen in ihrer Funktion mehr
und mehr aus. Es entsteht eine sehr unangenehme Funktionsstörung, die an das
Bild einer Vogelkralle erinnert. Der Arzt spricht hier auch von einer „Krallenhand". |
Kann auch im Fall einer fortgeschrittenen
Lähmung die Operation noch helfen?
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Die
Erfolgsaussichten in einem Fall einer fortgeschrittenen Lähmung sind sehr
begrenzt. Wird eine Muskulatur längere Zeit nicht in Gebrauch genommen, so
wandelt sie sich allmählich in Bindegewebe um. Selbst wenn die
Nervenschädigung beseitigt wird, kann dann die Muskulatur nicht mehr
funktionstüchtig sein.
Daher ist es sehr wichtig, dass der
Zeitpunkt der Operation optimal gewählt wird. Eine zu frühe Operation kann
unnötig sein, eine zu späte Operation hat auch bei völlig richtiger
Operationstechnik kein gutes Resultat mehr.
Dennoch
kann eine solche Operation im Spätstadium sinnvoll sein, um noch vorhandene
Restfunktionen des Nerven zu bewahren! |
Wann sollte eine Operation erwogen
werden?
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Zunächst
ist vor jeder operativen Behandlung die zweifelsfreie Sicherung der Diagnose
durch einen erfahrenen Arzt erforderlich. Es versteht sich von selbst, dass
ein Eingriff am Ellenbogen sinnwidrig ist, wenn die Ursache der
Nervenstörung am Handgelenk oder im Bereich der Halswirbelsäule vorliegt.
Die
Operation sollte konkret erwogen werden, wenn eine oder mehrere der
folgenden Situationen vorliegen:
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Wenn
unter Konservativer Therapie keine Besserung oder gar eine
Verschlechterung der Symptome zu beobachten ist.
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Wenn
die Sensibilitätsstörungen (Missempfindungen am vierten und fünften
Finger) längerfristig verbleiben.
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Wenn
eine Schwäche oder gar ein völliger Ausfall der vom Ellennerven versorgten
Muskeln der Hand vorliegt (z. B. „Krallenhand“ oder Schwäche der An- und
Abspreizfähigkeit der Finger.
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Immer
sollte operativ behandelt werden, wenn ein Druck auf den Ellennerven durch
einen Tumor verursacht wird.
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