Informationen zu: Rheuma an der Hand

 

Rheuma an den Sehnen der Hand (Tenosynovialitis) 

Wie kommt es bei der chronischen Polyarthritis zum Befall der Sehnenscheiden an der Hand?

Es ist ein Wesensmerkmal der chronischen Polyarthritis, dass die Gelenkinnenhaut (Synovialis) bei dieser Erkrankung sich entzündlich verändert und wuchert.

Sehnenbefall bei Rheuma c.P.An einer Vielzahl von Sehnen an der Hand befindet sich die gleiche Synovialis (Gelenkhaut) wie in den Gelenken. Die Gelenkinnenhaut (Synovialis) dient an der Beuge- und Strecksehnen der Hand dem Gleiten der Sehnen. Auch diese Sehnen-Synovialis wird bei der chronischen Polyarthritis sehr häufig entzündlich verändert.

Äußerlich erkennt man an den betroffenen Regionen eine Schwellung. Diese Schwellung ist nicht einfach eine Einlagerung von Flüssigkeit, sondern entspricht der Wucherung des Sehnenscheidengewebes. (der Synovialis)

Die erste Abb. zeigt die von außen sichtbare Schwellung am Handgelenk. Die zweite Abb. zeigt das Aussehen der gewucherten Sehnenscheide (Synovialitis) in einer Operation. (Synvoialektomie)

Der Arzt spricht dann von einer Teno-Synovialitis. Eine solche Entzündung des Sehnengleitgewebes betrifft sehr häufig die Strecksehnen über dem Handgelenk.

Es kann jedoch auch Sehnen im Karpalkanal oder im Bereich der Finger betreffen.

Wie merkt der betroffene Patient eine solche Teno-Synovialitis?

Die Symptome können sehr unterschiedlich im Einzelnen sein.

Auf der Greifseite der Hand, wenn die Sehnenscheiden im Karpalkanal wuchern, entstehen Einengungen an einem hier verlaufenden Nerv. Im Rahmen der rheumatischen Erkrankung kommt es dann zur Entwicklung eines Karpaltunnelsyndroms.

Sind die Sehnenscheiden in den Fingerkanälen betroffen, so kann sich eine Bewegungsstörung, manchmal auch das typische Bild eines schnellenden Fingers entwickeln.

 

 

Was kann aus solchen rheumatisch entzündeten Sehnenscheiden entstehen?

Besonders wenn die streckseitige Handgelenksregion betroffen ist, können die Entzündungen der Sehnenscheiden zu Zerstörungen der hier befallenen Sehnen führen.

Am häufigsten sind der Ring- und Kleinfinger und die Daumenstrecksehne von Sehnenrissen betroffen.

 

Welche Symptome kann man in einem solchen Fall beobachten?

Riss der Strecksehnen bei RheumaMeist bemerken die Betroffenen nach einer körperlichen Anstrengung oder einem Anstoßen an die Finger, dass sie plötzlich den Klein- und/oder den vierten Finger nicht mehr richtig strecken können.

Die Abb. links zeigt einen Riss der Strecksehnen am Ring- und Kleinfinger infolge einer rheumatisch bedingten Zerstörung der Strecksehnen über dem Handgelenk. Die Schädigung entstand nach 3 Jahren einer Polyarthritis über dem Handgelenk

Ein plötzlicher Streckverlust (oder eine Streckminderung) beobachtet man auch, wenn die Daumenstrecksehne reißt. Der Daumen kann dann besonders im Endgelenksbereich nicht mehr gehoben werden.

 

Was kann man im Fall eines rheumatisch bedingten Sehnenriss tun?

Ist einmal ein Sehnenriss eingetreten, so sollte spätestens dann ein handchirurgischer Eingriff vorgenommen werden:

Dieser Eingriff dient nicht nur zur Wiederherstellung der bereits gerissenen Sehnen, sondern mit Hilfe dieses Eingriffes kann auch verhindert werden, dass weitere Sehnen in der Nachbarschaft der schon gerissenen Fingersehnen reißen.

 

Können bei Rheuma (Rheumatoider Arthritis) an der Hand auch Beugesehnen betroffen werden?

Befall der Beugesehnen bei RheumaDie Abb. links zeigt ein Op-Bild bei Befall der Beugesehnen vom Rheuma am Zeigefinger.

Grund für die Operation war hier eine schmerzhafte Schwellung und eine starke Bewegungsstörung.

Auch an den Beugesehen kann das rheumatische Gewebe - die Synovialitis -  sich in die Sehnen hineinfressen (infiltrieren) und zu einem Sehnenriss führen.