Informationen zu: Rheuma an der Hand

 

Narkose bei Operationen an einer rheumatischen Hand (Sehnen-Rekonstruktion, Gelenkersatz, Synovialektomie)

 

Welche Betäubung kommt bei der Operation einer rheumatischen Hand zur Anwendung?      

Prinzipiell können hierbei zwei verschiedene Betäubungsarten zum Einsatz kommen:

  • Die Voll-Narkose

  • Die Plexus-Betäubung

 

Sollte die Operation der Rheuma-Hand nicht besser in Vollnarkose erfolgen?       

Prinzipiell ist eine Vollnarkose natürlich zur Wiederherstellung geschädigter Sehnen oder für einen Operation am Finger- und Handgelenk möglich. In vielen Abteilung wird dies auch so praktiziert.

Ich persönlich bevorzuge die Plexus-Anästhesie,(Betäubung nur des Armes) für diese Operationen. Bei der Plexus-Anästhesie wird vor allen Dingen noch viele Stunden nach der Operation eine gute Schmerzausschaltung erreicht. Gerade in einem von so vielen Schmerznerven durchzogenen Gebiet wie der Hand, ist die lange post-operative Schmerfreiheit, ein ganz wichtiger Plus-Punkt für die Teilbetäubung des Armes (Plexus-Anästhesie)

 Zudem kann der Patient kurz nach dem Eingriff wieder essen und trinken.

Manchmal ist es aber gerade bei schwer von der Rheumatoiden Arthritis betroffenen Patienten notwendig von diesem Grundsatz abzuweichen, da bei länger dauernden Operation Rheuma-Patienten aufgrund von Schmerzen an der Wirbelsäule oder der Schulter nicht mehr ruhig liegen können!

 

 

Was bedeutet der Begriff:  Plexus-Anästhesie ?

Plexus brachialis (Armnervengeflecht)Bei dieser Form der Regionalanästhesie wird ein Betäubungsmittel in die Nähe eines Nervengeflechtes im Schulterbereich injiziert.

Das Arm-Nervengeflecht (Plexus brachialis) ist ein Geflecht größerer Nervenstämme, die vom unteren Halsbereich unter dem Schlüsselbein in die Achselhöhle ziehen.  

Im Verlauf dieser großen Nervenbahnen erfolgt die Betäubung.

Voraussetzung für dieses Narkose-Verfahren ist, dass der Rheuma-Patient seinen Arm mindestens 90° anheben kann.

(Ein solche Fähigkeit Armhebung ist längst nicht für alle Rheuma-Patienten selbstverständlich)

Plexus in der AchselhöhleBei der Plexus-Anästhesie (korrekt: Arm-Plexus-Anästhesie) wird ein  Nervengeflecht (Pfeil) im Bereich von Schulter und Achsel durch ein Lokalanästhetikum betäubt. In den meisten Fällen ist der ganze Arm und die Hand nach rund 30 Minuten gefühllos und nicht mehr aktiv beweglich.

Die häufigste Plexus-Anästhesie wird in der Achselhöhle durchgeführt. In der Klinik und in der ärztlichen Praxis wird diese Form der Betäubung auch einfach als Plexus bezeichnet.

Der Arzt  spritzt ein Betäubungsmittel in die Achselhöhle. Die häufigste Injektionsstelle bei der Armbetäubung (Plexus) ist die Achselhöhle.

Für Eingriffe an Hand, Unterarm und Ellenbogen reicht die Injektion des Betäubungsmittels in der Achselhöhle (Abb. oben)

 

 

Worin besteht der Vorteil der Plexus-Anästhesie  an der Hand oder am Unterarm

Blutleere zur Operation Spring-FingerDie Operation zur Entfernung des gewucherter Sehnenscheiden oder der Gelenkschleimhaut (rheumatische Synovialitis)  muss  in einem blutleeren Operations-Gebiet vorgenommen werden.

Ganz besonders gilt dies aber für Operationen, bei denen ein künstliches Gelenk an der Hand eingesetzt wird.

Dies mindert ganz erheblich das Risiko einer Verletzung eine Nerven oder Blutgefäßes. In der Nähe des Daumen-Sattelgelenkes verläuft ein wichtiger Hautnerv und auch eine recht kräftiger Seitenast der Pulsschlagader (Arteria radialis)

Nur durch ein blutleeres Operationsgebiet gewinnt der Operateur die notwendige Sicht, um präzise an Sehnen, Gelenken oder Nerven der Hand operieren zu können!

Damit es während der Operation an der rheumatischen Hand nicht blutet, wird am Oberarm einer Manschette angelegt. (Abb. oben:  Die Manschette wirkt ähnlich wie beim Messen des Blutdrucks).

Wie bei einer Blutdruck-Manschette auch, wird die Blutleere-Manschette aufgepumpt und am Oberarm entsteht ein unangenehmer Druck. Dieser Druck besteht im Verlaufe der gesamten Operation! In Plexus-Anästhesie ist dieser Manschettendruck jedoch nicht zu spüren.

Dieses Betäubungsverfahren Plexus-Anästhesie ist weniger belastend als eine Vollnarkose. Auch Rheuma-Patienten schätzen an dieser Narkoseform, dass sie unmittelbar nach der Operation essen und trinken können.

Aus ärztlicher Sicht ist besonders hervorzuheben, dass diese Form der Betäubung noch mehrere Stunden nach der Operation anhält. Hierdurch lässt sich die erste Zeit nach dem Eingriff an der Hand problemlos ohne weitere Schmerzmittel überbrücken.

Auf Wunsch kann bei Plexus-Betäubung ein leichtes Schlafmittel gespritzt werden, so dass der Rheuma-Patient den Eingriff verschläft - ohne in Narkose zu sein! Besonders belastende Geräusche, wie sie beim Sägen in den Knochen zwangsläufig entstehen, werden so kaum wahrgenommen. Rheuma-Patienten nehmen unter einem leichten Schlafmittel auch die Beschwerden in anderen Gelenkregionen weniger stark wahr.