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Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es außer der operativen Entfernung?

An dieser Stelle möchte ich Sie davor warnen, mit irgendeinem Gegenstand auf das Ganglion zu schlagen!!!

Immer wieder erhalten von einem Ganglion Betroffene von Bekannten den Rat, sie sollten doch mit einer Bibel oder einem Hammer auf das Ganglion schlagen. Ich möchte Sie nachdrücklich bitten, diesen "gut gemeinten Rat" nicht zu befolgen. In der handchirurgischen Literatur sind als Folge solcher Maßnahmen u. a. Brüche beschrieben worden. Ich selbst habe einmal einen Fall mit einem schweren Gefäßschaden an der Speichenschlagader des Handgelenkes beobachtet.

Eine wesentlich vernünftigere nicht operative Therapie ist hingegen die Punktion des Ganglions durch den Arzt. Auch wenn diese Maßnahme nur in einer relativ kleinen Zahl der Betroffenen zum dauerhaften Erfolg führt, so kann diese Maßnahme vor der Erwägung einer Operation durchaus sinnvoll sein, da die Punktion wesentlich weniger belastend ist als eine operative Entfernung.

Punktionen bei Ganglien in der Verlaufsstrecke der Speichenschlagader - also dort wo der Puls getastet wird - sind hingegen sehr problematisch, da hier die Arterie nicht gesehen werden kann.

Wann sollte eine operative Behandlung erwogen werden?

 

Wir empfehlen eine operative Behandlung für die überwiegende Zahl der Ganglien, wenn diese über einen Zeitraum von vielen Monaten bestehen und keine Rückbildungstendenzen zeigen. 

Besonders dann ist es sinnvoll, Ganglien zu entfernen, wenn sie sehr groß sind und optisch stören. Sinnvoll ist es auch dann, Ganglien zu entfernen, wenn sie Ursache von Schmerzen oder von Nervendruck sind.

Kann die Entfernung von Ganglien ambulant vorgenommen werden?

Ja, dies ist vielfach  möglich. Im Einzelfall kann jedoch auch bei sehr großen Ganglien oder bei Ganglien, die in der Verlaufsstrecke der Speichenschlagader an der Beugeseite des Handgelenkes liegen, eine stationäre Überwachung sinnvoll sein.

Das Ganglion liegt sehr nah an der Schlagader und ist dementsprechend schwierig zu operieren.

Ganglien an dieser Stelle sind wegen der benachbarten Schlagader nicht einfach zu operieren

Gleichgültig jedoch ob ambulant oder stationär, jede Ganglion Operation muss unter den gleichen Gesichtspunkten erfolgen wie andere Eingriffe an der Hand. Dies bedeutet, dass hier eine adäquate Anästhesie sowie eine Blutleere und ein entsprechendes handchirurgisches Instrumentarium zwingende Voraussetzung für das Gelingen des Eingriffs sind.

Welche Risiken hat die operative Behandlung?

 

Keine Operation ohne Risiken! Dies gilt auch für einen so vermeintlich einfachen Eingriff wie die Ganglion Entfernung. Es sei an dieser Stelle betont, dass manche Ganglien keineswegs "einfach einmal so zu entfernen" sind. Dies gilt ganz besonders ( aber nicht nur ) für die Ganglien, die in der Verlaufsstrecke der Speichenschlagader liegen.

In dieser allgemein gehalten Informationsschrift können nur einige allgemeine Risiken erwähnt werden:

bulletDies sind die Wundheilungsstörungen und die Infektion. Hierbei kann die Infektion sowohl an der Oberfläche liegen, aber auch – was allerdings sehr selten ist – die tiefen Strukturen (z.B. ein Gelenk) betreffen. Gerade tiefe Infektionen machen neben der Behandlung mit einem Antibiotikum auch oft Nachoperationen erforderlich.

 

bulletDes weiteren können Einschränkungen der Beweglichkeit einmal zurückbleiben. Bei Ganglien in der Nähe einer Schlagader oder eines Nervs ist es auch nicht ausgeschlossen, dass die Schlagader oder der Nerv durch die Operation beschädigt wird. Wird der Eingriff jedoch in einer handchirurgischen Fachabteilung durchgeführt, so treten gerade diese gravierenden Risiken nur ausgesprochen selten auf. Ein ausgebildeter Handchirurg ist auch stets in der Lage, eine verletzte Schlagader oder einen Nerv mikrochirurgisch zu rekonstruieren. Hierdurch können langfristige Folgeschäden sicherlich relativ klein gehalten werden.

 
bulletAls letztes bedarf das Risiko der Entwicklung einer Sudeckschen Krankheit Erwähnung. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine schmerzhafte Schwellung und Bewegungseinschränkung der gesamten Hand, die theoretisch nach jeder Verletzung oder Operation an der Hand auftreten kann und deren Ursache noch nicht vollständig bekannt ist.

Was wird bei der Operation gemacht?

Bei der Operation wird das Ganglion entfernt, der Stiel des Ganglions (im obigen Vergleich das Mundstück des Luftballons) wird hierbei unterbunden.

obiges Bild zeigt ein frei gelegtes Ganglion mit Einblutungen in der Wand

Welche Narkose kommt bei der Operation zur Anwendung?

 

Wir führen den Eingriff meist in einer Betäubung durch, bei der nur der entsprechende Arm betäubt wird (sog. Plexusanästhesie). Hierzu wird vom Narkosearzt eine Injektion in die Achselhöhle vorgenommen.
Nach rund 30 - 45 Minuten ist meist der gesamte Arm betäubt. Dieses Betäubungsverfahren ist risikoärmer als eine Vollnarkose. Patienten schätzen besonders, dass es möglich ist, unmittelbar nach der Operation zu essen und zu trinken. Aus ärztlicher Sicht ist jedoch besonders hervorzuheben, dass diese Form der Betäubung noch mehrere Stunden nach der Operation anhält. Gerade in dieser Zeit treten bei einer Vollnarkose stärkere Schmerzen auf. Durch die Plexusanästhesie ist es problemlos möglich, gerade diese ersten Stunden ohne weitere Schmerzmittel zu überbrücken. Bei der Operation kann auf Wunsch des Patienten ein leichtes Schlafmittel gespritzt werden, so dass man den Eingriff verschläft, ohne hierzu in Narkose zu sein.

Hier gelangen Sie zur Nachbehandlung des Ganglions (Überbein) am Handgelenk.

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